Butterblume und Zimtschnecke

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Kommt, ihr Leute, setzt euch zu mir ans Feuer. Ich will euch heute eine Geschichte erzählen. In dieser Geschichte geht es um die Götter, einen Dämon und um eine unmögliche Liebe. Habt ihr einen Platz gefunden? Ist es bequem? Das freut mich. Nehmt euch noch etwas zu trinken und lauscht meiner Erzählung.

Einst, vor vielen Götterläufen, in einem kleinen Dorf, den genauen Namen weiß ich nicht mehr, es lag irgendwo in der Nähe von Altenfurt, trug sich eine gar merkwürdige Geschichte zu. Es war eigentlich nicht einmal ein richtiges Dorf, mehr ein Weiler. Dort lebte eine Katze, diese wurde von den Bewohnern Butterblume genannt. Sie lebte bereits seit über 8 Götterläufen in diesem Dorf und sie war die begabteste Rattenfängerin, die jemals gesehen wurde. Es wurde davon ausgegangen, dass Butterblume bei ihrer Geburt von Firun gesegnet worden war, so erfolgreich war sie im Jagen der lästigen Nagetiere.

Bereits wenige Monate nach ihrer Geburt war die gesamte Siedlung von allen Ratten befreit. Niemand bekam mehr eines dieser Tiere zu Gesicht und darüber waren alle froh und sie dankten den Zwölf und auch Butterblume dafür. So blieben ihre Häuser von den lästigen Nagern verschont und auch ihre Ernten waren sicher vor dem Nagerbefall. So ging das eine lange Zeit dahin, bis eines Tages ein kleines Mädchen, ich glaube, ihr Name war Idra, sie war erst seit 6 Götterläufen auf der Welt, plötzlich schreiend aus ihrem Haus lief. Sie weinte gar fürchterlich, schnell rannten alle hin und fragten, was denn los sei.

„Butterblume… ein Dämon ist bei Butterblume“ erklärte das junge Ding schluchzend. Die Menschen waren entsetzt, niemand traute sich, das Haus zu betreten, auch wenn alle fürchtliche Angst um die begabte Jägerin hatten. Schnell beschloß man, einen Boten in die nächste Stadt zu schicken und um göttlichen Beistand in einem Praiostempel zu bitten. Zum Glück dauerte die Reise in die nächste Stadt nur wenige Stunden und so kam noch am selben Tag ein Geweihter des Praios ins Dorf. Die Bewohner waren froh und dankten dem Gott dafür, dass er so schnell Hilfe gesandt hatte und der Geweihte machte sich unverzüglich ans Werk und betrat die Hütte.

Butterblume
Man munkelt, dass Butterblume so aussah.

Stille. Das gesamte Dorf hielt den Atem an, kein Mucks war zu hören, nicht einmal die Grillen zirpten am Feld. Es verging eine gefühlte Ewigkeit, wahrscheinlich waren es aber nur wenige Minuten, und der Praiosdiener kam aus dem Haus. „Ich habe in dem Haus keinen Dämon gesehen, was soll dieser Unfug?“ fragt er, sichtlich genervt darüber, dass er umsonst gekommen ist. Nun wandten sich alle zu Idra. Diese beharrte aber darauf, dass ein Dämon neben Butterblume war und so betraten das junge Mädchen, ein paar mutige Dorfbewohner und der Geweihte erneut das Haus, um nach dem Dämon zu sehen.

Das Haus war spärlich eingerichtet und in einer Ecke lag Butterblume und schlief. Das Mädchen deutete auf einen kleinen Umriss neben der Katze: „Da, der Dämon, er ist noch immer da“. Die Erwachsenen gingen näher hin, ganz vorne der Gesandte von Praios, um sich den vermeintlichen Dämon anzuschauen. Nun erkannten sie endlich, was da lag. Es war eine Ratte. Butterblume hatte erfolgreich alle Ratten getötet, daher hatte die kleine Idra noch nie eines dieser Tiere gesehen und hat den Nager für einen Dämon gehalten. Alle waren sichtlich erleichtert, auch der Praiosgeweihte war froh darüber, es nicht mit einem Höllenwesen aufnehmen zu müssen, auch wenn er dies niemals zugeben würde.

Butterblume und die Ratte allerdings wurden beste Freunde und das Dorf nannte den neuen Gefährten der Katze nun Zimtschnecke, da sie dem Mädchen erlaubt hatten, ihr einen Namen zu geben. Weitere Ratten wurden im Dorf trotzdem nicht gesichtet und das Dorf gewöhnte sich schnell an den neuen Einwohner. Und auch wenn niemand die Liebe zwischen Butterblume und Zimtschnecke verstand, so erfreute sich doch jeder am Anblick des seltsamen Paares und freuten sich darüber, dass nun auch Rahja ihr Dorf gesegnet hatte.

About Shanti

mag lange, sehr verschachtelte Texte, die intelligent klingen sollen. Gelingt ihm allerdings nicht immer. Also, dass die Sätze intelligent klingen. Wenn er nicht gerade dabei ist, verwirrende Satzkonstruktionen zu bauen, vertreibt er sich seine Zeit mit diversen Dingen wie Zocken, Lesen (es gibt tatsächlich noch Leute die Bücher lesen, man mag es kaum glauben), Serien schauen oder auch technischen Dingen, wie diesen Blog zu betreuen. Großteils verantwortlich für die Kategorie Random Stuff, da sein Hirn voll mit schwachsinnigen Ideen ist, die nach außen drängen.

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