100-man no Inochi no Ue ni Ore wa Tatteiru

Der Herbst 2020 hat einige interessante Anime mit sich gebracht und einer davon ist 100-man no Inochi no Ue ni Ore wa Tatteiru oder auch I’m standing on a Million Lives. Den Manga dazu gibt es bereits seit 2016 und er erscheint noch immer regelmäßig. Gelesen habe ich diesen allerdings nicht, ich habe nur den Anime gesehen. Ich sage es allerdings gleich vorweg, ein wirkliches Meisterwerk ist der Anime nicht. Es ist eher ein völlig langweiliger Isekai, vollgefüllt mit klischeehaften Charakteren und einer einschläfernden Story.

Kaufen könnt ihr den Manga übrigens hier, den Anime selbst könnt ihr euch auf Crunchyroll ansehen

Worum gehts in 100-man no Inochi no Ue ni Ore wa Tatteiru?

Der Hauptcharakter Yotsuya Yuusuke wird in eine fremde Welt teleportiert. Wie sooft in den letzten paar Jahren handelt es sich hier um einen Vertreter des Genres Isekai. Ich musste übrigens grad den Namen des Protagonisten raussuchen, weil ich ihn nicht mehr wusste. Das liegt allerdings nicht an meinem schlechten Namensgedächtnis, sondern daran, dass sämtlichen Figuren in 100-man no Inochi no Ue ni Ore wa Tatteiru einfach derart langweilig und generisch sind, dass ich mir keinen einzigen Namen merken konnte.

Auf jeden Fall ist Yuusuke mit seinen 2 Klassenkameradinnen Hakozaki Kusue und Shindou Lu, deren Namen ich ebenfalls raussuchen musste, in einer fremden Welt, in der sie einen Quest erledigen müssen. Diesen Quest bekommen sie vom Gamemaster, der ihnen überdies besondere Fähigkeiten verleiht, je nachdem, welche Klasse sie bekommen. Die Auswahl der Klasse hängt vom Glück ab, unsere Helden dürfen an einem Glücksrad drehen und so bekommen sie ihre Klasse. Klischeehaft wie so oft bekommt Yuusuke eine völlig nutzlose Klasse, er wird Farmer. Hier fallen mir Parallelen zu Arifureta Shokugyou de Sekai Saikyou auf, dieser ist zwar auch kein Meisterwerk, aber dennoch besser. Wenn auch nicht viel besser.

Nutzlose Begleiterinnen

Die drei Freunde ziehen also los um ihren Quest zu erfüllen. Seine beiden Begleiterinnen haben zwar bessere Klassen erhalten, sind aber trotzdem völlig nutzlos. Sie erfüllen einzig den Zweck, weibliches Beiwerk für den Helden zu sein, um diesen toller aussehen zu lassen, was völlig misslingt. Leider sind alle 3 Charaktere völlig langweilige Weicheier, die hauptsächlich rumheulen. Doch das Glück ist mit ihnen und so sind sie quasi unsterblich. Wenn sie sterben, werden sie nach wenigen Sekunden automatisch wiederbelebt, solange nur einer von ihnen am Leben ist. Selbst mit dieser völlig overpowerten Fähigkeit schaffen sie es aber trotzdem nur mit Müh und Not, irgendetwas zu erreichen, da unsere Helden sich ständig völlig dämlich anstellen.

Im Laufe des Anime gesellt sich dann noch ein weiteres Mädchen zur Gruppe hinzu, die aber ebenso langweilig ist wie die bisherigen Charaktere. Ihren Namen habe ich ebenfalls vergessen. 😀

Nach jedem erfüllten Quest dürfen sie eine Frage an den Gamemaster stellen, die dieser wahrheitsgemäß beantwortet. So erfahren die Abenteurer langsam mehr darüber, warum und wieso sie eigentlich in diese Welt teleportiert wurden. Auch die Welt ist nicht besonders interessant gestaltet. Eine typische Mittelalter-Fantasy Welt mit Magie und Monstern. Die Schüler werden allerdings als Helden sehr respektvoll behandelt, obwohl sie nichts auf die Reihe kriegen. Das wirkt sehr gekünstelt und unnatürlich. Die ganze Welt ist im Stil des Animes gehalten, generisch und langweilig.

100-man no Inochi no Ue ni Ore wa Tatteiru
Yuusuke und sein Harem, alle mit ähnlich viel Persönlichkeit ausgestattet wie die Goblins auf dem Bild.

Der Name ist irreführend

Warum der Anime übersetzt I’m standing on a Million Lives heißt, ist mir völlig schleierhaft. Es wird zwar angedeutet, dass Yuusuke ein totaler Badass ist, der sogar eine Million Leute töten würde, um selbst zu überleben, aber es bleibt bei der bloßen Andeutung. Zu sehen ist davon absolut nichts. Lediglich gegen Ende der 12 Folgen (zum Glück sind es nicht mehr, das hätte ich nicht ausgehalten) steht Yuusuke in einem persönlichen Konflikt mit seinen Taten, diese Charakterentwicklung wirkt aber völlig künstlich. Bei den anderen Charakteren blühen zwar auch zarte Pflänzchen der Entwicklung, allerdings bleiben diese auf der Strecke und so sind unsere Helden nach den 12 Folgen noch genauso langweilig wie zu Beginn.

Die Animationen sind durchschnittlich, ein besonderes Meisterwerk darf man bei 100-man no Inochi no Ue ni Ore wa Tatteiru nicht erwarten. Auch die Musik ist völlig durchschnittlich, es bleibt nichts im Ohr hängen, aber sie ist auch nie störend. Beides werte ich hier positiv, da bei der grottigen Geschichte mit weit schlimmerem zu rechnen war.

Es passiert einfach nichts

Ich mag ja keine Slice of Life Anime. Ich finde sie meistens einfach langweilig und wenn ich einen Anime schaue, will ich eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren erleben. Aber 100-man no Inochi no Ue ni Ore wa Tatteiru hat sich ständig wie ein Slice of Life angefühlt. Es passiert einfach nichts Spannendes. Der gesamte Anime ist in etwa so aufregend wie ein Besuch im Lebensmittelgeschäft. Völlig alltäglich, Spannung ist nie aufgekommen. Nach jeder Folge musste ich mich zwingen, die nächste anzusehen.

Mein Fazit zu 100-man no Inochi no Ue ni Ore wa Tatteiru

Über den Manga kann ich wie gesagt nichts sagen, ich habe nur den Anime geschaut und kann diesem wirklich niemandem empfehlen. Normalerweise ärgere ich mich immer darüber, wenn ein Anime nach lediglich 12 Folgen mit einem offenen Ende aus ist, hier war es mir aber schlichtweg egal. Es interessiert mich nicht, wie es Yuusuke und seinem Harem geht und auch die Fortsetzung ihrer Abenteuer ist mir schlichtweg egal. Ich musste bei den 12 Folgen bereits mit mir kämpfen, um nicht einfach mittendrin aufzuhören. Für mich wirkte der gesamte Anime so, als ob er einfach nur produziert wurde, um auf den erfolgreichen Iseakai-Zug aufzuspringen. Statt das Genre mit neuen Ideen auf ein neues Level zu bringen, wird hier lediglich Bewährtes neu aufgewärmt. 100-man no Inochi no Ue ni Ore wa Tatteiru ist ein seelenloser Anime, der hoffentlich keine zweite Staffel bekommt.

2 von 10 Punkten

About Shanti

mag lange, sehr verschachtelte Texte, die intelligent klingen sollen. Gelingt ihm allerdings nicht immer. Also, dass die Sätze intelligent klingen. Wenn er nicht gerade dabei ist, verwirrende Satzkonstruktionen zu bauen, vertreibt er sich seine Zeit mit diversen Dingen wie Zocken, Lesen (es gibt tatsächlich noch Leute die Bücher lesen, man mag es kaum glauben), Serien schauen oder auch technischen Dingen, wie diesen Blog zu betreuen. Großteils verantwortlich für die Kategorie Random Stuff, da sein Hirn voll mit schwachsinnigen Ideen ist, die nach außen drängen.

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