Akudama Drive

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Was für ein geiler Scheiss. Das war mein Gedanke nach der ersten Folge von Akudama Drive. Es hat dann auch nicht lange gedauert, bis ich mit allen 12 Folgen durch war und ich muss sagen, die Serie hat das hohe Niveau der ersten Folge bis zum Ende halten können. Aber haaaaaalt, erstmal Schritt für Schritt.

Schauen könnt ihr Akudama Drive übrigens hier:

Worum gehts eigentlich in Akudama Drive?

Japan wurde durch einen Krieg gespalten und die Region Kanto hat den Sieg errungen. Kansai ist nun eine Art Vasallenstadt für Kanto und muss tun, was Kanto befiehlt. Die meisten Bürger stört das auch nicht und sie halten sich brav an die Gesetze. Doch es gibt einige, die das nicht tun, die sogenannten Akudama. So werden alle Verbrecher genannt, die in Kansai Unheil stiften. Unter ihnen gibt es einige Spezialisten auf ihrem Gebiet wie zB Hacker oder Courier. Diese beiden und noch einige andere Super-Akudama werden angeheuert, um gemeinsam Cutthroat zu befreien, einen Serienkiller. Dieser soll nämlich öffentlich hingerichtet werden.

Übrigens ein nettes Detail der Serie ist, dass keine der Figuren einen Namen hat. Sie alle sind lediglich nach ihrer Spezialisierung oder Funktion benannt. Es sind auch alle Charaktere völlig überzogen dargestellt, aber trotzdem fiebert man mit ihnen mit. Sie haben trotz, oder vielleicht auch gerade wegen, der völlig überspitzten Darstellungsart durchaus Persönlichkeit.

Alle Akudama auf einem Haufen

Auf jeden Fall machen sich die Verbrecher also auf, um Cutthroat zu retten. Ein völlig unschuldiges Mädchen wird allerdings in die Operation hineingezogen und um nicht getötet zu werden, gibt sie sich ebenfalls als Akudama aus, nämlich als Swindler. Sie überzeugt die anderen Akudama davon, dass sie derart gut lügen kann, dass nicht einmal die Behörden etwas über sie wissen, daher weiß auch niemand, dass sie ein Verbrecher ist. Dadurch verschonen sie die anderen und sie nimmt an der Befreiungsaktion teil.

Nachdem diese geglückt ist, bekommen sie von ihrem Auftraggeber allerdings direkt einen weiteren Auftrag, nämlich etwas aus dem Shinkansen zu stehlen. Der Shinkansen ist ein Zug, der zwischen Kanto und Kansai fährt. Er ist die einzige Verbindung zwischen den beiden Städten und es ist völlig unmöglich, diesen zu überfallen. Doch genau das soll die seltsame Gruppe nun bewerkstelligen.

Endlich einmal die Sicht der “Bösen”

Fast alle Geschichten erzählen die Seite der Guten. Manchmal gibt es dann noch Serien, die die Seite der Bösen erzählen, die sich allerdings nachher doch als die Guten herausstellen. Verständlich, wollen die meisten Leute doch mit den guten Charakteren mitfiebern. Akudama Drive geht hier einen anderen Weg. Die Akudama sind nämlich wirklich böse. Sie töten auch Unschuldige ohne mit der Wimper zu zucken und tun, was ihnen gerade gefällt. Sie sind auch keine Gentleman-Verbrecher mit einem Kodex, sondern wirklich und wahrhaftig Verbrecher. Genau das macht für mich aber den Reiz von Akudama Drive aus. Die Charaktere haben keine Gewissensbisse, weil jemand sterben könnte, der nichts mit der Sache zu tun hat. Völlig egal, stirbt er halt, sein Problem. Diese Herangehensweise fand ich herrlich erfrischend. Natürlich sind nicht alle Akudama nur böse, sie haben alle Stärken und Schwächen und sie haben auch Gefühle. Aber sie gehören definitiv nicht zu den guten Charakteren und sind alles andere als Helden.

Aber auch die Gegenspieler, die Polizei und die Exekutoren, gehören nicht unbedingt zu den Guten. Die Exekutoren sind die Spezialeinheit, die Akudama zur Strecke bringt. Das ist auch genau so gemeint, sie töten gnadenlos jeden, der im System als Akudama erfasst ist. Kein Prozess, keine Gnade. Allerdings kann nur die Polizei jemanden zu einem Akudama erklären, die Exekutoren können also nicht eigenhändig unschuldige Leute töten. Das ganze System ist aber völlig korrupt und wird gnadenlos ausgenutzt, um die eigene Agenda durchzusetzen. In Akudama Drive gibt es keine gute Seite, hier kämpfen Verbrecher gegen ein korruptes Regime in einer sehr dystopischen Welt.

Sehr cooler Artstyle

Die Animationen von Akudama Drive sind für manche etwas gewöhnungsbedürftig. Wie vorhin schon erwähnt, sind die Charaktere alle völlig überzogen dargestellt. Das schlägt sich auch in den Animationen wieder, grelle Farben, alles etwas surreal dargestellt. Die Welt wirkt völlig bunt und farbenfroh, aber dennoch nicht freundlich. Die Macher von Akudama Drive haben sich hier kreativ ausgetobt und das merkt man auch. Schaut die erste Folge und achtet auf den Szenenwechsel. Hierbei wird die Kulisse aus den Einzelteilen zusammengebaut. Es ist schwer zu erklären, achte darauf, dann verstehst du, was ich meine.

Auch das Pacing ist extrem gut. Keine unnötigen Szenen, nichts wird sinnlos in die Länge gezogen. Ich war beim Sehen keine Sekunde gelangweilt und der Anime konnte den Spannungsbogen durchgehend halten. Zugegeben, manche der Plottwists waren sehr abstrus und an den Haaren herbeigezogen (ich schaue zu dir, Kanto) aber es hat dennoch zum Stil der Serie gepasst. Es ist alles völlig over the top, also warum sollte die Handlung das nicht auch sein?

Mein Fazit zu Akudama Drive

Endlich mal ein Anime, der neue Wege geht. Akudama Drive ist überzogen, grell, bunt, völlig absurd und genial. Vorallem ist der Anime nach den 12 Folgen zu Ende. Kein Warten auf eine weitere Staffel, die vielleicht nie kommt, kein offenes Ende. Die Geschichte ist fertig erzählt. Ich hoffe inständig, dass hier keine weitere Staffel produziert wird, denn sie wäre einfach unnötig und völlig unpassend. Durch das tolle Pacing wurde die Geschichte auch nie langweilig und ich habe nach jeder Episode sofort weiterschauen wollen. Auch wenn manche der Charaktere nur kurz vorkamen, habe ich dennoch einige davon sofort in mein Herz geschlossen. In meinen Augen ist Akudama Drive eines der Highlights im sonst eher beschissenen Jahr 2020. Wenn du zumindest für kurze Zeit aus der Realität entfliehen und dich auf eine kurze, aber rasante Achterbahnfahrt wagen willst, bist du bei Akudama Drive an der richtigen Stelle.

Der einzige Wermutstropfen ist für mich die doch etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogene Wendung mit Kanto, die ich bereits vorhin erwähnt habe. Es passt zwar zum Stil des Anime, aber mir persönlich hat sie dennoch nicht gefallen. Ich will aber nicht spoilern, am Besten schaust du dir Akudama Drive selbst an, dann wirst du wissen, was ich meine. Ich kann den Anime auf jeden Fall aus vollstem Herzen empfehlen.

9 von 10 Verbrecherpunkten

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About Shanti

mag lange, sehr verschachtelte Texte, die intelligent klingen sollen. Gelingt ihm allerdings nicht immer. Also, dass die Sätze intelligent klingen. Wenn er nicht gerade dabei ist, verwirrende Satzkonstruktionen zu bauen, vertreibt er sich seine Zeit mit diversen Dingen wie Zocken, Lesen (es gibt tatsächlich noch Leute die Bücher lesen, man mag es kaum glauben), Serien schauen oder auch technischen Dingen, wie diesen Blog zu betreuen. Großteils verantwortlich für die Kategorie Random Stuff, da sein Hirn voll mit schwachsinnigen Ideen ist, die nach außen drängen.

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