Baccano!

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Baccano! ist eigentlich eine Light-Novel-Reihe, die ich nicht gelesen habe. Ich habe mir den Anime angesehen der 13 Folgen umfasst und danach ist auch Schluss. Baccano! ist abgeschlossen und es wird keine zweite Staffel geben, weil der Anime einfach zu Ende ist. Eine Wohltat, viel zu viele Anime werden einfach nie fertig gemacht und die Fans werden einfach mittendrin stehen gelassen. Eines der größten Probleme für alle Animefans.

Baccano! schreibt man übrigens wirklich mit ! am Ende, ist kein neuer Vogel von mir sondern die korrekte Schreibweise, wollte ich nur mal eben gesagt haben. 😀

Leider kann man den Anime bei uns derzeit nirgends käufliche erwerben, zumindest habe ich ihn bei den gängigen Händlern nicht gefunden. Wenn du Baccano! also schauen willst, musst du auf die typischen Quellen für Anime zurückgreifen, die du als Fan sicherlich kennst 🙂

Worum geht es in Baccano! ?

Der Anime beginnt völlig verwirrend. Es unterhalten sich ein junges Mädchen ein älterer Mann über eine Geschichte, die vor einiger Zeit passiert ist. Sie sprechen darüber, wer wohl der Hauptcharakter dieser Story ist und dabei werden ständig Szenen gezeigt, die scheinbar keinen Zusammenhang haben. Die erste Folge ist völlig verwirrend und wenn du danach nicht weiterschauen willst, verstehe ich das vollkommen.

Eigentlich versuche ich ja immer, Spoiler zu vermeiden, aber eine Kleinigkeit spoilere ich jetzt trotzdem. Das eben erwähnte Duo kommt nachher nie wieder vor. Ich habe keine Ahnung, warum die erste Folge derart seltsam ist und was der Zweck der beiden sein sollte, weil einfach nichts daraus gemacht wird. Vielleicht geht die Light-Novel ja noch weiter und die beiden kommen wieder vor, aber das weiß ich nicht. Ich beurteile den Anime als eigenständiges Werk und hier sind die zwei einfach völlig sinnlos. Sie machen die erste Folge nur unnötig langatmig.

Baccano! besticht durch eine völlig untypische Erzählweise. Die ganze Geschichte spielt zu 3 unterschiedlichen Zeiten und wird häppchenweise serviert, scheinbar völlig zufällig. Ich kann dir versprechen, dass die ganze Geschichte am Ende einen Sinn ergibt und absolut keine Verwirrung zurückbleibt. Grundsätzlich geht es um verschiedene Mafia-Clans, die sich gegenseitig bekämpfen, einen Zug, auf dem allerlei seltsame Gestalten mitfahren und um ein paar Leute, die scheinbar unsterblich sind.

Wie das alles zusammenhängt, wird im Laufe von Baccano! gelüftet und die Art, wie die Geschichte erzählt wird, macht es durchaus spannend. Auch die Charaktere sind ziemlich cool und sie werden im Intro des Anime alle kurz mit Namen vorgestellt. Das ganze Intro ist echt gut gemacht und erinnert mich vom Stil her ziemlich an Tarantino. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Filme von ihm für die Macher von Baccano! eine Inspiration waren. Für mich ist das Intro das Highlight des ganzen Animes.

Eigentlich ist Baccano! langweilig

Die Erzählstruktur macht das Werk spannend, aber wenn man diese weglassen würde, wäre die Story eigentlich ziemlich langweilig und vorhersehbar. Der Anime lebt also von diesem Stilmittel und von den völlig überdrehten Charakteren. Meine Lieblinge sind Jacuzzi, der bei jeder Gelegenheit zum Heulen anfängt, aber trotzdem Mumm ohne Ende hat und das Duo Isaac und Miria. Die zwei sind unglaublich lustig, aber nie lächerlich. Die zwei gehören generell zu meinen Lieblingsanimefiguren, der permanente Optimismus der beiden und die Fähigkeit, in allem nur das Gute zu sehen, ist einfach toll.

Aber auch die anderen Charaktere sind toll und es ist einfach schön, ihnen zuzusehen. Toll finde ich auch Ladd Russo, einen der bösen Typen in Baccano!. Wobei “böse” hier relativ ist, da es sich bei fast allen Charakteren um Mafiosi handelt, ist wohl niemand hier “gut” im klassischen Sinne. Wobei, ne Ladd, ist definitiv böse. Er tötet aus Spaß, einfach weil er es geil findet, wenn er Menschen umbringen kann, die sich sicher fühlen. Also ja, er ist böse 😀

Baccano! Die Figuren
Keine der Figuren schaut wie ein typischer Anime-Hauptcharakter aus, aber alle Figuren hier haben eine einzigartige Persönlichkeit und sind ziemlich cool.

Aber leider ist die Story echt nichts Besonderes. Die ganze Sache mit den Unsterblichen wird nicht zufriedenstellend erklärt und auch der Plot mit dem Zug ist eher… naja. Ich hätte mir echt gewünscht, dass die Charaktere einfach eine weit bessere Geschichte gehabt hätten, dann hätten sie noch mehr glänzen können. Aber immerhin retten sie zumindest so Baccano!.

Leider sind es aber auch etwas zuviele Charaktere und so kommen manche nur sehr wenig zum Zug und bleiben farblose Nebendarsteller. Hier hätte gerade das Intro mehr versprochen und ich hätte echt gehofft, dass dieses Stilmittel der Vorstellung auch innerhalb des Anime Anwendung findet. Aber nein, hier wurde ich leider enttäuscht.

Zurück bleibt nur durchschnittliche Kost

Die coolen Figuren retten den sonst eher durchschnittlichen Anime und mehr Mut zur Einzigartigkeit wäre toll gewesen. Baccano! lässt coole Ideen erkennen, aber macht leider nichts daraus. So hätte man aus der ungewöhnlichen Erzählstruktur weit mehr machen können um dem Zuseher am Ende einen richtigen “AHHHH, so ergibt das Sinn, jetzt verstehe ich es” Moment zu entlocken. Auch die tollen Figuren bleiben auf der Strecke wegen der durchschnittlichen Story. Ein gutes Beispiel, wie es richtig gemacht wird, liefert Akudama Drive. Dort wurde Mut bewiesen und das hat sich auch ausgezahlt.

Einzigartige Charaktere haben einfach ein einzigartiges Setting mit einer einzigartigen Story verdient. Aber so bleibt bei Baccano! am Ende lediglich ein fader Geschmack übrig und Unzufriedenheit. Vorallem, weil der Anime echt das Potential zu einem Meisterwerk gehabt hätte.

5 von 10 Punkten

About Shanti

mag lange, sehr verschachtelte Texte, die intelligent klingen sollen. Gelingt ihm allerdings nicht immer. Also, dass die Sätze intelligent klingen. Wenn er nicht gerade dabei ist, verwirrende Satzkonstruktionen zu bauen, vertreibt er sich seine Zeit mit diversen Dingen wie Zocken, Lesen (es gibt tatsächlich noch Leute die Bücher lesen, man mag es kaum glauben), Serien schauen oder auch technischen Dingen, wie diesen Blog zu betreuen. Großteils verantwortlich für die Kategorie Random Stuff, da sein Hirn voll mit schwachsinnigen Ideen ist, die nach außen drängen.

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